Spatenstichfeier Kläranlage Karnische Region

(Bilder sind aus dem Jahre 1996 - 1999 und wurden eingescannt)

Geschichte des Abwasserverbandes Karnische Region

 

Nach insgesamt 6-jährigen intensiven und mitunter schwierigen Vorbereitungsgesprächen fand am 4. Mai 1994 die offizielle Gründungsversammlung des Abwasserverbandes Karnische Region statt. Zur Bewältigung der gesetzlich vorgegebenen ordnungsgemäßen Abwasserentsorgung haben sich die drei Gemeinden, Stadtgemeinde Hermagor-Presseggersee, Marktgemeinde Kirchbach und die Gemeinde Gitschtal, dazu entschlossen gemeinsam den Abwasserverband Karnische Region zu gründen. Ziel der Verbandsgründung war in erster Linie die Erfüllung des Wasserrechtsgesetzes, sowie der Schutz des Grundwassers und der sonstigen Gewässer im Verbandsgebiet. Mit Bescheid des Amtes der Kärntner Landesregierung vom 29.Juni 1994 erhielt der Abwasserverband die Rechtspersönlichkeit als Körperschaft des öffentlichen Rechtes.

 

Weitere Zielsetzung des Verbandes ist die Erhaltung unserer lebenswerten Umwelt und somit unseres Lebensraumes, wobei dem Wasser – eine der Grundlagen unseres Lebens – ein besonderer Stellenwert zukommt.

 

Wichtige handelnde Personen, die an der Verbandsgründung  wesentlichen beteiligt waren

  • Der damalige Stadtrat der Stadtgemeinde Hermagor und erster Obmann des Verbandes Herr Johann Fritz
  • Der Bürgermeister der Stadtgemeinde Hermagor Vinzenz Rauscher
  • Der Bürgermeister der Marktgemeinde Kirchbach Christoph Buchacher
  • Der Bürgermeister der Gemeinde Gitschtal Hans Herold

 

Von Anfang an war natürlich auch der erste Geschäftsführer des Verbandes Ing. Heinz Steiner federführend am Zustandekommen des Verbandes beteiligt. Als langjähriger Abteilungsleiter im Kanalreferat der Stadtgemeinde Hermagor, hatte er natürlich enormes Fachwissen im Bezug auf die Errichtung und den Betrieb von Abwasserentsorgungsanlagen.

 

Die ersten Aufgaben des Verbandes waren die Ausarbeitung der sog. „Gelben Linie“ in den einzelnen Verbandsgemeinden, sowie die Ausarbeitung eines Bauabschnittabgrenzungslageplanes für die zu realisierenden Kanalbauvorhaben. Die bereits bestehenden Kanalisationsanlagen in der Stadtgemeinde Hermagor wurden vom Abwasserverband übernommen und schon von Verbandsgründung an betrieben. Bereits bestehende Abwasserrahmenkonzepte und diverse Studien zur Realisierung der Ortskanalisationen wurden natürlich entsprechend berücksichtigt, bzw. Aktualisierungen wurden vorgenommen.

Kurz nach Verbandsgründung wurde auch schon mit den Vorbereitungsarbeiten für die Realisierung einer gemeinsamen Verbandskläranlage begonnen. Die Standortsuche erwies sich von Beginn an als äußerst schwierig und zeitaufwendig. Im Jahr 1995 konnten jedoch die entsprechenden erforderlichen Grundflächen im Bereich des sog. Görtschacher Mooses erworben werden, und es wurde dann umgehend mit der Planung und der Einreichung zur wasserrechtlichen Bewilligung begonnen. Nachdem sämtliche behördlichen Bewilligungen erwirkt wurden, konnte sofort mit dem Bau der Kläranlage, erste Baustufe, begonnen werden. Die Bemessung wurde aufgrund der sehr großen fremdenverkehrsabhängigen Schwankungen ausgelegt und die Kläranlage wurde für zwei Ausbaustufen konzipiert. Der Startschuss für den Bau erfolgte im September 1995 und die Bauzeit war für drei Jahre vorgesehen.

Der Probebetrieb der Verbandskläranlage konnte im Dezember 1998, wie geplant, aufgenommen werden. Voraussetzung war allerdings auch der gleichzeitige Bau des ersten Verbandssammlers Gail von der Kläranlage bis nach Tröpolach. Durch den Bau dieser Kanalisationsanlage konnten im Dezember 1998 die bereits bestehenden Kanalisationsanlagen der Sonnenalpe Nassfeld, der Stadt Hermagor mit umliegenden Ortschaften, sowie die Kanalisationsanlage rund um den Presseggersee zusammengefasst werden, und ordnungsgemäß zur mechanisch biologischen Kläranlage geleitet werden. Die bestehenden Ausleitungen in die Gail konnten somit stillgelegt werden und dies führte natürlich zu einer bedeutenden Entlastung des Vorfluters.

 

Kläranlage Karnische Region 1.Baustufe

Eröffnungsfeier Kläranlage Karnische Region 1.Baustufe

Der Bauabgrenzungsplan des Abwasserverbandes wurde ursprünglich in 18 Bauabschnitte unterteilt, wobei die Bauabschnitte 01 (Verbandssammler Gail erster Teil) und Bauabschnitt 02 ( Kläranlage 1.Baustufe) bereits 1998 funktionsfertig abgeschlossen wurden. Als nächster Bauabschnitt 03 wurde die noch nicht erschlossene Feriensiedlung auf der Sonnenalpe Nassfeld geplant, und in den Jahren 1998 und 1999 errichtet. Der nächste große Schritt wurde dann in der Mitgliedgemeinde Gitschtal gesetzt. Nachdem der Bauabschnitt 04 mit den Ortsnetzen Möschach und Grünburg, sowie der erste Teil des Verbandssammlers Gössering bis zur Gemeindegrenze errichtet wurden, begann man im Jahr 1999 mit dem Bauabschnitt 05. Dieser Abschnitt umfasste die Ortschaften Jadersdorf, Lassendorf und St. Lorenzen in der Gemeinde Gitschtal, und konnte dieser innerhalb kürzester Zeit, im Jahr 2001, abgeschlossen werden.

Zeitgleich wurde auch bereits am Bauabschnitt 06, der die Ortschaften Obervellach, Untervellach, Khünburg, Braunitzen sowie Teile am Presseggersee umfasst, abgewickelt und fertig gestellt. Auch wurde bereits in diesem Bauabschnitt eine wesentliche Sanierung des Hauptsammlers II am Presseggersee durchgeführt.

In der Gemeinde Gitschtal wurde dann nach Abschluss des Bauabschnittes 05 umgehend am Bauabschnitt 07, welcher die Ortschaften Weißbriach, Regitt-Leditz und Golz umfasst, weitergebaut und im Jahr 2003 fertig gestellt werden. Mit dieser Fertigstellung war die Gemeinde Gitschtal die erste Verbandsgemeinde, die zu 100% an die Kanalisationsanlage Karnische Region angeschlossen war.

Aufgrund der starken Entwicklung des Schigebietes am Nassfeld und dem Bau der Talbahn, war der Abwasserverband natürlich auch im Bezug auf die touristische Entwicklung der Ortschaft Tröpolach sehr gefordert. Es wurde mit diesem Bauabschnitt im Jahr 2002 begonnen. Der Bauabschnitt 08 umfasste nicht nur die Ortschaft Tröpolach, sondern auch die Ortschaften Rattendorf und Jenig, sowie den Verbandssammler Gail zweiter Teil. Dieser Abschnitt konnte im Jahr 2005 seiner Bestimmung übergeben werden, und die Abwässer werden aus diesem Bereich ebenso ordnungsgemäß in die Kläranlage zur biologischen Reinigung abgeleitet.

Jetzt war auch die Zeit gekommen die ersten Maßnahmen in der Marktgemeinde Kirchbach zu beginnen, und so wurde der Bauabschnitt 10, Verbandssammler Gail dritter Teil von Jenig bis Kirchbach, errichtet. Zeitgleich wurde beim Bauabschnitt 11, in welchen die Ortschaften Waidegg, Treßdorf, Kirchbach Ost, Ober- und Unterdöbernitzen zusammengefasst sind, begonnen. Die Funktionsfähigkeit konnte bereits im Jahr 2008 hergestellt werden.

In der Stadtgemeinde Hermagor wurde in dieser Zeit auch der Bauabschnitt 09 – Ortschaften Egg, Süßenberg, Götzing, Kreuth ob Möschach, sowie Restteile in der Stadt Hermagor – baulich durchgeführt und im Jahr 2007 abgeschlossen .

Der Bauabschnitt 09 umfasste ursprünglich auch den Bereich der Ortschaft Radnig. Diese Ortschaft wurde jedoch erst in den Jahren 2009 und 2010 abwassertechnisch aufgeschlossen.

Im Bereich der Marktgemeinde Kirchbach wurde dann in den Jahren 2007 bis 2009 am Bauabschnitt 14 – Ortschaft Kirchbach West und Reisach sowie Verbandssammler Gail vierter Teil – gearbeitet und der Anschlussgrad in der Marktgemeinde Kirchbach befand sich, mit Abschluss des Bauabschnittes, bei ca. 60%.

Der Bauabschnitt 12 umfasst die Ortschaften Förolach, Görtschach und Wittenig, und wurde dieser in den Jahren 2008 bis 2010 errichtet und abgeschlossen.

Derzeit wird im Verbandsgebiet vor allem am Bauabschnitt 15, das sind die Ortschaften Gundersheim, Grafendorf, Griminitzen, Goderschach und Stranig, sowie am Bauabschnitt 17/2 mit den Ortschaften Mitschig, Podlanig, Postran, Möderndorf und Watschig, gearbeitet.

Ausständig ist noch der Bauabschnitt 16 mit den Ortschaften Potschach, Micheldorf, Fritzendorf, Mellach, Brugg, Dellach, Kreuth ob Mellweg, Nampolach und Latschach. Dieser Bauabschnitt wird als letzter realisiert und ist dies  für die Jahre 2012 bis 2014 vorgesehen.

Die Gesamtfertigstellung der Kanalbauvorhaben sollte somit fristgerecht gegeben sein und der Anschlussgrad in den Verbandsgemeinden 100% betragen.

 

Erwähnenswert bei dieser Aufzählung ist sicher noch die zweite Ausbaustufe der Kläranlage in den Jahren 2009 und 2010, womit der Endausbau gegeben ist.

 

Eröffnungsfeier Kläranlage Karnische Region 2. Baustufe

Für die Abwicklung und Realisierung der einzelnen Bauabschnitte hatte der Abwasserverband natürlich kräftige Unterstützung seitens der beauftragten Projektanten. Erwähnenswert sind hier die Ziviltechniker DI David Themessl aus Villach, DI Welf Zimmermann aus Nötsch, sowie das Ingenieurbüro Ing. Walter Brieger aus Villach. Sie haben den Verband über Jahre hinweg ordnungsgemäß und fachgerecht betreut, und die gewaltigen Kanalprojekte so kostengünstig als möglich geplant und abgewickelt.

 

Zu erwähnen ist hier sicher noch die langjährige, erfolgreiche Führung des Abwasserverbandes mit dem Obmann Johann Fritz und dem Geschäftsführer Ing. Heinz Steiner. Diese zwei Personen sind wesentlich an der erfolgreichen Entwicklung des Abwasserverbandes beteiligt und, haben sich beide die Realisierung des Abwasserprojektes im Verband zu einer Lebensaufgabe gemacht.

Einleitergemeinde St. Stefan im Gailtal

Im Jahr 2001 wurde mit der Nachbargemeinde St. Stefan im Gailtal ein Einleitervertrag abgeschlossen. Die Abwässer dieser Gemeinde werden vom Abwasserverband übernommen und in der Kläranlage gereinigt. Die Kanalisationsanlagen in der Gemeinde St. Stefan wurden von dieser eigenständig errichtet und werden diese auch von der Gemeinde betreut und gewartet.

Probleme? 24 Stunden Bereitschaftsdienst

Probleme? 24 Stunden Bereitschaftsdienst - www.awvkr.at/data/upload/bereitschaftsdienst.pdf

Hier erreichen Sie uns rund um die Uhr - 365 Tage im Jahr! Sollten Sie ein Problem mit Ihrer Hausanschlussleitung oder sonstigen Abwasserent- sorgungsanlagen haben erreichen Sie den zuständigen Bereitschafts- dienst!

 

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